Generative Engine Optimization (GEO): So empfehlen ChatGPT & Perplexity Ihr Unternehmen
Immer mehr Kundinnen und Kunden fragen eine KI statt Google. Was Generative Engine Optimization ist, wie KI-Suchen ihre Quellen auswählen und mit welchen acht Massnahmen Sie in den Antworten vorkommen.

Generative Engine Optimization (GEO) bedeutet, Inhalte und Firmendaten so aufzubereiten, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot oder Googles KI-Übersichten Ihr Unternehmen finden, richtig verstehen und in ihren Antworten nennen. Während klassisches SEO um Plätze in einer Liste von Links kämpft, geht es bei GEO darum, in der einen Antwort vorzukommen, die die KI formuliert.
In diesem Artikel erkläre ich, wie KI-Suchen ihre Quellen auswählen, welche Massnahmen wirklich etwas bringen und wie Sie messen, ob Ihr Unternehmen genannt wird.
Warum Generative Engine Optimization jetzt wichtig wird
Fragen wie «Welcher Treuhänder in Basel ist auf Startups spezialisiert?» oder «Was kostet eine Badsanierung in der Schweiz?» landen heute immer öfter direkt bei einem KI-Assistenten. Auch Google blendet bei vielen Suchen eine KI-Übersicht über den klassischen Ergebnissen ein. Die Folge: Weniger Menschen klicken sich durch zehn Websites. Sie lesen die Zusammenfassung und kontaktieren die Unternehmen, die darin genannt werden.
Für KMU ist das Chance und Risiko zugleich. Wer in der Antwort vorkommt, wird oft direkt angefragt. Wer fehlt, wird gar nicht erst in Betracht gezogen.
So finden KI-Suchen ihre Antworten
Die meisten KI-Suchen arbeiten in zwei Schritten: Zuerst suchen sie passende, aktuelle Webseiten in einem Suchindex, danach fasst das Sprachmodell die gefundenen Inhalte zusammen und verlinkt die Quellen.
- ChatGPT nutzt für die Websuche einen eigenen Crawler (OAI-SearchBot) und Suchpartner.
- Perplexity betreibt einen eigenen Index mit dem Crawler PerplexityBot.
- Microsoft Copilot baut auf dem Bing-Index auf.
- Googles KI-Übersichten greifen auf den normalen Google-Index zu.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Was nicht gecrawlt und indexiert ist, kann auch nicht zitiert werden. Daneben haben Sprachmodelle ein trainiertes Grundwissen. Dieses ist älter und entsteht aus vielen Erwähnungen im Web. Wer häufig und einheitlich erwähnt wird, ist dort eher bekannt.
8 Massnahmen für mehr Sichtbarkeit in KI-Antworten
1. Crawlbar sein
Prüfen Sie Ihre robots.txt: Googlebot, Bingbot, OAI-SearchBot und PerplexityBot sollten Ihre öffentlichen Seiten lesen dürfen. Manche Hosting- und CDN-Anbieter blockieren KI-Crawler inzwischen standardmässig. Kontrollieren Sie auch diese Einstellungen. Unterscheiden Sie dabei zwischen Crawlern für das Training und solchen für die Suche. OpenAI dokumentiert die Unterschiede in der Übersicht seiner Crawler.
2. Bei Bing anmelden
Viele Websites sind bei Google gut indexiert, bei Bing aber lückenhaft. Melden Sie Ihre Website in den Bing Webmaster Tools an und reichen Sie die Sitemap ein. Mit dem Protokoll IndexNow melden Sie neue Seiten zudem sofort statt erst nach Tagen.
3. Die Antwort zuerst
KI-Systeme zitieren gerne Absätze, die eine Frage direkt beantworten. Beginnen Sie Abschnitte deshalb mit der Kernaussage in ein bis zwei Sätzen und erklären Sie danach die Details. Formulieren Sie Zwischentitel als Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich stellen.
4. Fakten statt Floskeln
«Wir sind innovativ und kundenorientiert» wird nie zitiert. «Eine Badsanierung in Basel kostet bei uns typischerweise CHF 25'000.– bis 45'000.– und dauert drei bis fünf Wochen» schon eher. Konkrete Zahlen, Preise, Orte, Daten und Quellen machen Inhalte zitierfähig. Nennen Sie, wer den Text geschrieben hat, und halten Sie wichtige Seiten aktuell.
5. Strukturierte Daten
Mit Schema.org-Markup beschreiben Sie Ihr Unternehmen maschinenlesbar: LocalBusiness oder Organization für die Firma, Person für Inhaber und Autoren, FAQPage für häufige Fragen, Article für Blogbeiträge und Service für Leistungen. Das hilft Suchmaschinen und KI-Systemen, Fakten eindeutig zuzuordnen.
6. Eine einheitliche Identität
KIs müssen erkennen, dass die Firma auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil, auf LinkedIn und in Verzeichnissen dieselbe ist. Verwenden Sie überall denselben Namen, dieselbe Adresse und eine ähnliche Kurzbeschreibung. Verknüpfen Sie Ihre Profile über die sameAs-Angabe im Schema-Markup.
7. Erwähnungen auf anderen Websites
KI-Assistenten stützen Empfehlungen gerne auf mehrere unabhängige Quellen: Bewertungsportale, Branchenverzeichnisse, Medienberichte, Partnerseiten, Interviews oder Fachbeiträge. Je öfter Ihr Unternehmen im passenden Zusammenhang erwähnt wird, desto wahrscheinlicher wird es empfohlen.
8. Eine llms.txt-Datei
Die Datei llms.txt ist ein Vorschlag für einen Standard: eine kurze Zusammenfassung Ihrer Website in Markdown, speziell für Sprachmodelle. Ob und wie stark die grossen Anbieter sie nutzen, ist nicht offiziell bestätigt. Der Aufwand ist aber klein. Als Beispiel können Sie sich meine llms.txt ansehen.
So messen Sie GEO
- Verweise in der Statistik: Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai, copilot.microsoft.com oder gemini.google.com zeigen, dass KI-Assistenten auf Ihre Website verlinken.
- Monatlicher Fragen-Test: Stellen Sie zehn typische Kundenfragen an verschiedene KI-Assistenten und notieren Sie, ob und wie Ihr Unternehmen genannt wird. Die Antworten schwanken je nach Formulierung und Zeitpunkt. Achten Sie auf den Trend.
- Klassische Werkzeuge: Google Search Console und Bing Webmaster Tools zeigen, ob die Grundlagen stimmen.
Was GEO nicht ist
GEO ist kein Trick, mit dem man sich in KI-Antworten einkauft. Organische Empfehlungen lassen sich nicht bezahlen, und Tools, die eine Garantie für Nennungen in ChatGPT versprechen, sollten Sie skeptisch prüfen. GEO ersetzt auch kein SEO, sondern baut darauf auf: Ohne indexierte, schnelle und gut strukturierte Website gibt es nichts, was eine KI zitieren könnte.
Fazit
Generative Engine Optimization ist für KMU vor allem eines: konsequent gemachte Grundlagen. Crawlbar sein, bei Google und Bing indexiert sein, klare Antworten mit konkreten Fakten geben, einheitliche Firmendaten pflegen und auf anderen Websites erwähnt werden. Für lokale Unternehmen gehört ein sauberes Local-SEO-Setup dazu. Es ist gleichzeitig die beste Grundlage für die KI-Suche.
Sie möchten wissen, wie Ihr Unternehmen in ChatGPT und Perplexity heute dasteht? Schicken Sie mir Ihre Website. Ich mache einen kurzen Check und sage Ihnen, wo die grössten Hebel liegen.
Häufige Fragen
Ist SEO durch die KI-Suche überflüssig?
Nein. KI-Suchen greifen für aktuelle Antworten auf Suchindizes zurück. Eine technisch saubere, gut indexierte Website ist deshalb die Voraussetzung dafür, überhaupt zitiert zu werden.
Wie lange dauert es, bis ChatGPT mein Unternehmen nennt?
Bei der Websuche kann es nach der Indexierung schnell gehen, oft innert Tagen bis Wochen. Bis ein Unternehmen im trainierten Grundwissen eines Modells auftaucht, vergehen dagegen eher Monate, weil Modelle nur in grösseren Abständen neu trainiert werden.
Soll ich KI-Crawler blockieren?
Unterscheiden Sie zwischen Training und Suche. Sie können zum Beispiel GPTBot, den Trainings-Crawler von OpenAI, sperren und OAI-SearchBot für die Suche erlauben. Wer Suchcrawler blockiert, kann in den Antworten nicht als Quelle erscheinen.
Was ist der Unterschied zwischen GEO und AEO?
AEO steht für Answer Engine Optimization. Die Begriffe werden weitgehend gleich verwendet: Beide beschreiben die Optimierung für Systeme, die Antworten statt Linklisten liefern, also das, was Generative Engine Optimization im Kern ausmacht.